Was unterscheidet Barolo von Brunello di Montalcino?
Barolo und Brunello di Montalcino gehören zu den wichtigsten Qualitätsweinen Italiens. Beide haben das höchste Qualitätssiegel, das DOCG oder Denominazione di Origine Controllata e Garantita. Sie unterliegen somit strengen Regeln für den Weinanbau, die Vinifikation und der Qualität im Glas. In diesem Artikel erklären wir Ihnen die wichtigsten Unterschiede der Herkunft, Weinbereitung und dem Wein im Glas.
Barolo vs. Brunello – die Rebsorten im Vergleich
Sowohl Barolo als auch Brunello werden aus jeweils nur einer Rebsorte hergestellt.
Nebbiolo für Barolo
Für Barolo wird die Rebsorte Nebbiolo verwendet. Nebbiolo ist eine Traube mit nur wenig Farbpigmenten, daher wirken viele Barolo eher blass im Glas. Oft zeigt sich der Wein in einem hellen karminrot, mit dem Alter kommen auch orangefarbene Ränder hinzu. Doch lassen Sie sich nicht davon täuschen! Denn Nebbiolo hat dafür ein reiches Tannin und eine kräftige Säure. Beides wird für eine lange Lagerfähigkeit benötigt. Barolo sind somit in Ihrer Jugend oft unzugänglich und wirken recht hart, können aber im Gegenzug oft problemlos 20 Jahre und länger reifen.
Sangiovese grosso für Brunello
Der Brunello di Montalcino wird zu 100% aus der Sangiovese grosso gekeltert, eine in Montalcino heimische Spielart des Sangiovese. Diese Traube ist reicher an Farbpigmenten und der Wein hat oftmals eine intensive, granatrote Farbe.
Auch Sangiovese hat eine gute Säure und kraftvolle Tannine, diese sind aber in der Jugend zugänglicher. Brunello kann deswegen trotzdem sehr gut reifen, 10 Jahre sind in der Regel kein Problem. In guten Jahrgängen und bei konzentrierten Weinen auch wesentlich länger.
Barolo vs. Brunello – Piemont vs. Toskana
Die Herkunft ist für beide Weine vorgegeben und wird streng reguliert.
Barolo aus dem Langhe - Piemont
Barolo darf nur aus Nebbiolo hergestellt werden, der in definierten Gemeinden im Langhe Gebirge wächst. Etwa 2.000 Hektar in den Gemeinden Barolo, Serralunga d’Alba und Castiglion Falletto sind die Heimat des Barolo. Es gibt auch einige Weinberge in La Morra, Monforte, Verduno, Novello, Crianzane Cavour, Diano d’Alba, Cherasco und Roddi, die zugelassen sind.
Die Böden bestehen aus kalkhaltigem Mergel, der in einigen Gemeinden mit mehr Lehm und in anderen mit mehr Sand ausgestattet ist.
Brunello aus Montalcino - Toskana
Die Gemeinde Montalcino ist die Heimat des Brunello. Hier stehen auf etwas mehr als 2.000 Hektar Sangiovese grosso – Reben. Es gibt zwei berühmten Bodenarten, die hier vorherrschen: Der Kalkstein-Schieferboden, auch Galestro genannt, und der verwitterte Sandboden, auch Albarese genannt.
Herstellung und Reifung – DOCG-Regeln erklärt
Sowohl Barolo als auch Brunello unterliegen strengen Richtlinien für die Weinbereitung. Wir fassen Ihnen diese gerne einmal zusammen:
- Maximaler Ertrag pro Hektar: 8.000 kg für Barolo und auch für Brunello
- Mindesreifenzeit: 38 Monate mit mindestens 18 Monaten im Holzfass für Barolo vs 60 Monate mit mindestens 24 Monaten im Holzfass für Brunello
- Mindestalkoholgehalt: 13% vo. Alkohol für Barolo vs. 12,5% vol. Alkohol für Brunello
- Mindestsäuregehalt: 4,5 g/l für Barolo vs. 5 g/l für Brunello
Barolo vs. Brunello di Montalcino – der Unterschied im Glas
Nachdem wir nun die Unterschiede zwischen Barolo und Brunello in Bezug auf Herkunft, Weinbereitung und Qualitätsregeln kennen, kommen wir zum wohl wichtigsten Unterschied zwischen diesen beiden Rotwein – Ikonen: der Unterschied im Glas.
Lassen Sie uns die Augen schließen und die Weine nebeneinander verkosten.
Barolo – Kraft & kühle Eleganz im Glas
Schaut man sich einen jungen Barolo an, so deutet der erste Anblick auf einen vermeintlich leichten Wein hin. Die Farbe ist ein strahlendes Karminrot, der Wein lichtdurchlässig. In der Nase zeigt der Barolo oftmals Noten von Kirschen, Walderdbeeren, Rosen, warme, erdige Noten wie Trüffel und manchmal feine Würznoten.
Im Mund spielt der junge Barolo mit seinen Muskeln. Das kraftvolle Tannin und die frische Säure machen sich zuerst bemerkbar. Doch wenn diese ihren Platz eingenommen haben, kommt der vielschichtige und elegante Körper zur Geltung. Barolo kann ein extrem komplexer Wein sein, er braucht nur oft einige Jahre Reifezeit um sich vollends zu entwickeln.
Brunello di Montalcino – Volumen und Struktur im Glas
Brunello di Montalcino ist schon beim ersten Anblick ein Wein, von dem man einiges erwartet. Ein dunkles, dichtes Granatrot schimmert uns aus dem Glas entgegen. Dann kommt das erste Riechen. Aromen von dunkler Kirsche, getrocknete Cranberries, Veilchen und oftmals an Wildfleisch erinnernde Noten sind sehr typisch.
Im Mund fühlt man sofort den fülligen Körper, die reiferen Tannine und die gut eingebundene Säure. Im Vergleich zum Barolo ist dieser Wein weicher in jungen Jahren. Das liegt zum Teil an der längeren Reifezeit.
Barolo vs. Brunello: Die wichtigsten Unterschiede zusammengefasst:
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Barolo |
Brunello di Montalcino |
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Rebsorte |
Nebbiolo |
Sangiovese |
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Anbaugebiet |
Piemont |
Toskana |
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Aromen |
Kirsche, Walderdbeeren, Rosen, Trüffel, warme, erdige Noten |
Dunkle Kirsche, Veilchen, oftmals an Wildfleisch erinnernd |
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Charakter |
Kraftvoll, mit intensiven Tanninen und Säure, muss erst einige Jahre reifen, ehe er sich öffnet |
Kraftvoll, weniger harte Tannine und Säure. Ist in der Jugend oft zugänglicher als Barolo. Kann ebenfalls reifen |
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Farbe |
Helles, oft durchlässiges Karminrot. |
Kräftiges Granatrot, die Farbe ist intensiver und dunkler |
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Brunello di Montalcino entdecken
Schmeckt Barolo oder Brunello di Montalcino besser?
Wie immer, wenn wir über Geschmack sprechen, wird es keinen Gewinner geben, es ist eben auch Geschmackssache! Für Weineinsteiger und Liebhaber weicher, voller Weine wird der Brunello das Rennen machen. Für Genießer mit Geduld und Freude an Eleganz wird Barolo ganz klar vorne liegen.
Wer sich noch die Mühe macht, das passende Gericht zu dem jeweiligen Wein zu kochen, der wird vollends in den Genusshimmel aufsteigen.
Barolo vs. Brunello: das passende Essen
Eine gute Grundregel für eine Speisenbegleitung zum Wein ist immer, regionale Gerichte zum jeweiligen Wein auszuwählen. Doch natürlich steht einem nicht immer der Sinn nach italienischer Küche. Hier haben wir Ihnen einige Essensempfehlungen zum jeweiligen Wein zusammengetragen:
Empfehlungen zu Barolo
- Kraftvolle Gerichte mit Trüffel sind perfekt, zum Beispiel das Rinderfilet Rossini
- Feine Wildgerichte wie Rehrücken oder getrüffeltes Perlhuhn
- Gerichte mit Pilzen, wie das Risotto mit Steinpilzen
Empfehlungen zu Brunello di Montalcino
- Geschmorte Gerichte wie Scottiglia oder Lammkeule
- Wildgerichte, wie das Wildgulasch mit Kartoffeln
- Pasta mit dunklem Ragù oder Rotwein-Risotto
FAQ: Barolo vs. Brunello di Montalcino
Ist Barolo oder Brunello teurer?
Beide Weine haben einen Einstiegspreis von etwa € 30,00 pro Flasche. Jedoch ist Barolo nach oben nahezu keine Grenze gesetzt, wogegen Brunello bei etwa € 150,00 pro Flasche seinen Höchstpreis hat.
Warum sind Barolo und Brunello so teuer?
Das liegt zum einen an dem großen Aufwand, der betrieben wird, um diese großen Rotweine zu produzieren. Zum anderen liegt es aber auch daran, dass in beiden Regionen im Moment keine weiteren Rebflächen zugelassen werden und die Preise für das Land zu den höchsten der Weinwelt gehören.
Welcher Wein kann länger reifen?
Barolo hat hier klar diese Nase vorn. Ein guter Barolo kann unbeschwert 50 Jahre und älter werden. Brunello erreicht das Höchstalter oft schon bei 20 Jahren. Natürlich ist das immer abhängig von Qualität, Jahrgang und Lagerung.
Gibt es ähnliche Weine, die günstiger sind?
Ja, sowohl für Barolo als auch Brunello gibt es preislich attraktive Alternativen. Im Piemont produzieren Weingüter wie Vietti oder Bruno Giacosa auch Nebbiolo Langhe DOC, die oftmals aus den gleichen Rebgärten stammen, wie ihr Barolo, nur von jüngeren Reben. Das gleiche gilt für die Rosso di Montalcino der Brunello – Weingüter Canalicchio di Sopra uns Ciacci Piccolomini d'Aragona. Hier lohnt sich immer ein zweiter Blick und ein erster Schluck.