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13.09.21

Weinberg Mosel

Der Einfluss des Bodens auf den Wein

Kennen Sie diese Situation? Sie probieren in einer Runde Wein und einer der Mittrinker sagt plötzlich: „Mmh, der schmeckt aber mineralisch!“ Und Sie fragen sich nur, was der Kollege denn jetzt bitteschön damit meint?

Der Begriff „mineralisch“ ist in Fachkreisen recht heiß diskutiert, denn Minerale besitzen an sich keinen Geschmack. Allenfalls können Substanzen welche innerhalb eines Minerals eingelagert sind Aromen aufweisen. Aber wie kommt es dann, dass dieser Begriff so oft verwendet wird? Nun, von einem mineralischen Geschmack wird gern gesprochen, wenn der Wein eine salzige Nuance aufweist. Dieser Eindruck intensiviert sich, wenn der Wein wenig Fruchtaromen aufweist und sehr trocken ist. Die Weine wirken zudem oft stahlig, kühl und etwas „hart“. Mit zunehmender Reife auf der Flasche kann dieser Geschmack zunehmen.

Die Eigenschaft mineralische Weine hervorzubringen, wird meist Winzern zugesprochen, deren Rebstöcke auf Böden mit einem hohem Mineralgehalt gewachsen sind. Oft fällt in dem Zusammenhang dann auch der magische Begriff Terroir.

Einige hochwertige Weine wachsen in Lagen mit sehr kargen Böden, was aber nicht bedeutet, dass die Weinqualität umso besser ist, je weniger Nährstoffe zur Verfügung stehen. Ein Rebstock benötigt rund zwanzig verschiedene Spurenelemente und die Hauptnährstoffe, um gedeihen zu können. Als Dauerkultur ist er aber weniger auf fruchtbare Böden angewiesen wie beispielweise Kulturpflanzen. Für die Qualität des späteren Weines, ist es von Vorteil, wenn der Rebstock tief wurzeln muss. Dabei fungiert der steinige Boden als Ionenaustauscher, sprich Salze im Boden werden gegen Protonen und Anionen der Pflanze getauscht. Dadurch werden Nährstoffversorgung und die Aufnahme von Spurenelementen ermöglicht. Diese Mineralstoffe finden sich nachweislich im Extrakt des Weines später wieder.

Für mich gibt es daher durchaus eine schmeckbare Verbindung von Herkunft und Boden zu einem jeweiligen Weinstil. Allerdings bezieht sich das im Wesentlichen auf die Struktur und die Säure des Weines und nicht so sehr auf aromatische Aspekte. Grundvoraussetzung für eine nachvollziehbar sensorische Wiedererkennung von Boden und Wein ist dabei sicherlich eine nachhaltige Boden- und Pflanzenbearbeitung, sowie schonende Kelterprozesse, ohne den Zusatz fremder Aromen, Säuren oder anderer Stoffe. Aber welche Böden gibt es eigentlich?

Wenn es Gott gibt, dann war er bei der Erfindung der Böden ähnlich kreativ, wie bei der Vielfalt von uns Menschen. Dabei hat er dafür gesorgt, dass für jeden etwas dabei ist. Es gibt Böden mit viel und solche mit weniger Ertrag, Böden, die weiche, samtige Weine entstehen lassen und Böden, die kraftvollen oder auch leichten Wein hervorbringen können. Böden, die eher zugängliche, für jedermann nachvollziehbare, Weine entstehen lassen oder eben auch vielschichtige, fast schon spirituelle Tropfen. Achso, und dann gibt es noch Schiefer!

Bringen wir mal etwas Licht ins Dunkel, indem wir uns einige gängige Bodenarten anschauen. In dem Zusammenhang betrachten wir die auf diesen Böden entstandenen Weine und versuchen so ein Muster zu erkennen, also ähnlich wie ein CSI Profiler.

Kalkboden

Man kann sagen, dass die kalkgeprägten Lagen die Königslagen in vielen Weinbauländern sind. Schon die alten Mönche wussten über die ausgesprochen gute Paarung von Kalkboden und Rebe Bescheid und pflanzen nur dort Wein an. Berühmte Gebiete sind das Burgund, die Rioja, die Pfalz, die Toskana und das Piemont. Aber auch die Ribera del Duero, das Jerez, die Champagne und das Burgenland sind, neben vielen anderen Gebieten, vom Kalk geprägt.

Kalkstein, sowie der durch frühzeitliche Meeresbewohner gebildete Muschelkalk, verwittert vor allem durch den Einfluss von Regenwasser, besonders wenn dies leicht säurehaltig ist. Denn Grundbestandteile des Kalks, Kalzium- beziehungsweise Magnesiumkarbonat, werden von den, in der Natur vorkommenden, organischen Säuren leicht angegriffen. Die Lockerung von Fossilien und das Herauslösen von Teilen durch den Frostwechselzyklus unterstützen diesen Prozess. Beim Verwittern bleiben Ton-, Silt- oder Sandrückstände als Bodenbestandteile.

Der ausgelöste Kalk wird zu ‚aktivem‘ Kalziumkarbonat, das bereitwillig mit Kohlendioxid in der Luft und organischen Säuren im Boden reagiert. Dies verleiht dem Boden Alkalinität. Kalkböden sind eher basisch, haben also einen natürlich hohen ph-Wert. In Extremfällen kann hoher Kalkanteil auch das Pflanzenwachstum behindern und den Weinbau durch den dann entstehenden Eisenmangel mit der Folge von Chlorose unmöglich machen. Im richtigen Maß jedoch entstehen durch Kalk weinbaulich hochinteressante Böden. Kalk tritt oft in Verbindung mit Ton oder Lehm als Auflage auf und hat eine hervorragende Wasserspeicherung.

Weinstil: Den Weintyp zu beschreiben ist nicht ganz einfach, weil schon der Aspekt der Mineralität ohne ein gewisses Einfühlungsvermögen an Verständnisgrenzen stößt. Zweifelsohne scheinen kalkhaltige Böden, neben dem mineralischen Eindruck, auch das scheinbare Gegenteil zu fördern, nämlichen einen samtigen, weichen, harmonisch-milden Gesamteindruck. So entstehen Weine von großer Tiefe, die dennoch nie kantig wirken und auch bei hohem Gerbstoff- oder Säuregehalt ausgleichende Elemente aufweisen. Es ist, als ob auf einer weichen, samtigen Plattform, die Harmonie ergibt, viele kleine, teils pikante, aber nie zu sehr hervorstechenden Details für Abwechslung und aromatische, sowie geschmackliche Reize sorgen. Auf vier Worte reduziert heißt das: ELEGANZ, FINESSE, STRUKTUR und KOMPLEXITÄT. Diese Eigenschaften treffen übrigens auch auf unsere Weine von Monteverro zu.

Gut geeignet für: Burgundersorten, SangioveseTempranillo, Blaufränkisch, Nebbiolo

Schieferboden

Böden mit hohem Schieferanteil sind wie Rassepferde, deren Zucht und Domestizierung zu den nobelsten Aufgaben des Züchters gehören. Gelingen die Weine von Schieferböden, so gehören sie zu den feinsten und anspruchsvollsten überhaupt. Doch schon im Anbau machen Sie Mühe. Sie sind steinig, wenig ertragreich, oft so durchlässig, dass Regenmangel rasch zu Wachstumsproblemen führen kann. Wenn es nicht gelingt, die Reben mit großer Meisterhand zu führen und den Most gezielt zu vergären, kann grober, kantiger Wein daraus werden oder der Effekt des Schiefers schlichtweg verpuffen.

Schiefer ist ein grobkristallines, metamorphes Gestein, das sich aufgrund aufgeschichteter Glimmerminerale in dünne Schichten aufspalten lässt. Schieferböden haben einen relativ niedrigen ph-Wert (höher als Granit aber viel niedriger als Kalk), was zu Weinen mit kräftiger Säure führt. Aufgrund der dunklen Farbe und der geringen Wasserspeicherung erwärmen sie sich rasch und geben in kühlen Nächten die Wärme an die Reben zurück. Diesem Phänomen ist es zu verdanken, dass an der kühlen Mosel und an der Ahr überhaupt Weinbau möglich ist. Außerdem sind diese Böden gut luftdurchlässig. Schieferböden prägen stets einen bestimmten Stil von Wein und so werden einige der berühmtesten Lagen und Regionen wie der Assmanshäuser Höllenberg, der Scharzhofberg, die Wehlener Sonnenuhr, das Dourotal, das Priorat und das Bierzo immer mit diesem Boden in Verbindung gebracht. Auch die Weinberge der Côte Rotie sowie Teile von Pouilly-Fuisse sind Schiefergeprägt. In Deutschland sind Lagen, welche auf –ley oder –lay enden, mit Schiefer bedeckt. Wir unterscheiden eine Vielzahl verschiedener Schieferformationen: Devon-Schiefer, Schieferverwitterung, Grauschiefer, Blauschiefer, Rotschiefer (auch Rotliegendes genannt = Nierstein, Ürzig) und so weiter.

Weinstil: Selbst wenn echte Großmeister in Weinberg und Keller wirken, schmecken Weine von Schieferlagen nie unkompliziert. Sie können gar abstoßend stinken. Die Rieslinge von J.J. Prüm, Clemens Busch oder Maximim Grünhaus können diesen Effekt hervorrufen. Schieferweine zeigen sich intellektuell, in der Jugend unzugänglich, weniger von fruchtiger Fülle, als von mineralischen, verwobenen, ‚steinigen‘ Aromen geprägt. Die können dem ungeübten Weinfreund sonderbar oder gar fehlerhaft vorkommen. Dem Kenner freilich verleiten sie dazu, wieder und wieder ins Glas zu riechen und die komplexen Aspekte dieser Weine zu entdecken. Dieser Prozess kann durchaus anhalten bis die Flasche geleert ist. Wie bei einem Mysterium reizt es, dessen feingliedrige, mineralische Verwobenheit zu erkunden. Die Aromen sind meist frischer, die Stilistik kühl und schlank, nie fett oder Barock. Die Weine wirken auch in heißen Regionen nicht sattmachend, sondern sind stets von einer gewissen Adstringenz am Gaumen.

Gut geeignet für: RieslingSpätburgunderSyrah, Viognier, Mencia, Grenache

Granit-, Gneis- und Quarzboden

Diese 3 Bodenarten sind sich stilistisch recht ähnlich. Der ph-Wert liegt zwischen 4-6. Die, aus dem grobkörnigen, kristallinen Gestein von vulkanischem Ursprung stammenden Weine haben eine sehr mineralische Note. Dieser Boden sorgt für eine Reduzierung der natürlichen Säure in den Beeren. Granit setzt sich aus Quarz zusammen. Gneis ist ähnlich wie Granit, nur nicht so verdichtet. Aus Quarz wird also Gneis, bevor es Granit wird. Berühmteste Regionen für diese Gesteinsböden sind die Ortenau und Teile des Rheingaus, das Beaujolais, die nördliche Rhône um Hermitage, sowie die Wachau. Auch das Dao und Douro in Portugal, das Rias Baixas in Spanien, Sardinien, sowie einige Teile von Santa Barbara in Kalifornien sind von diesen Böden geprägt.

Die steinigen Böden verfügen über eine gute Drainage, speichern die Wärme gut und prägen durch ihre mineralische Art die Weine. Granitverwitterungsböden können recht tief sein, Sandschichten auf massivem Granituntergrund sind besonders in Spanien weit verbreitet, übrigens ein echter Reblauskiller. Allerdings sind diese Sandlagen nicht sonderlich fruchtbar, da Sand wenig organische Materie aufweist.

Weinstil: Typisch für Granitböden ist ihr hoher Säuregehalt sowie die Eigenschaft eine klare Mineralität und frische Säure an die Weine abzugeben. Die Weine wirken meist kühl und straff, sind sehr präzise und elegant. Ein weiteres Plus ist die Säurestabilität und die betont primärfruchtige Art. Diese Eigenschaften lassen die Weine gut altern und den intelligenten Kellermeister mit weniger Schwefel auskommen.

Gut geeignet für: Riesling, Albarino, Gamay, Grüner VeltlinerSauvignon blancTempranilloTouriga

Lehmboden (Ton, Terra Rossa)

Diese Bodenarten sind für das Wachstum der meisten Pflanzen ideal. Er besteht aus einer Mischung von Ton, Silt und Sand. Sind in ihm genügend organische Stoffe gemischt, dann hat Lehmboden eine lockere, krümelige Struktur. Diese wünschenswerte Charakteristik entsteht, wenn Kalzium unter den Tonpartikel und den in organischen Stoffen gebundenen, Ionen eine prominente Rolle spielt, d.h. bei nicht saurem Boden. Guter Lehm hat ein hohes Wasser- und Nährstoffspeichervermögen. Lehm ist aber nicht wie steifer Ton so eng gefügt, dass er den freien Wasserabzug behindert. Da Lehmboden bei höherem Niederschlag und milden Temperaturen bei der Rebe zu übermäßigem Wuchs sorgt, ist er eigentlich kein idealer Boden für den Weinbau. Allerdings hat er sich in Australien, Südafrika, Südamerika und den USA gut bewährt, da diese Regionen über höhere Temperaturen und weniger Niederschlag verfügen. In Mitteleuropa zeigen Lagen, wie die Hochheimer Hölle, besonders in heißen, trockenen Jahren, wie 2003 oder 2009, ihr ganzes Potential und erbringen dann wahre Wein-Monumente. In Verbindung mit Kalk ist Lehm eine wirklich geniale Unterlage für Premiumwein.

Weinstil: Mit einem ph-Wert von 5,8-6,7 im Boden sind die Weine eher von einer milden Säure. Die Frucht ist üppig und voll. Lehmweine sind extrovertierte Burschen die sowohl in der Jugend als auch im Alter stets zugänglich sind. Die Mineralität souffliert im besten Fall. Dies macht die Weine auch für Einsteiger nachvollziehbar und genießbar.

Gut geeignet für: so ziemlich alle Rebsorten, am besten aber für solche mit höherem Säureniveau

Lössboden

Löss ist eine Bodenstruktur die dem Lehm nicht so unähnlich ist. Es ist im Wesentlichen eine hellfarbene, feinkörnige Ansammlung von Ton- und Silt- Partikeln, meist Windablagerungen. Also ein unbefestigter, ungeschichteter, kalkhaltiger Silt. Lößböden sind meist homogen, durchlässig, in der Farbe graubräunlich bis grau und mit kalkhaltigen Einlagerungen, sowie fossilen Bestandteilen. Mit einem ph-Wert von 6,9-7,5 sind die daraus resultierenden Weine eher mild in der Säure und kräftig vom Charakter. Die Grünen Veltliner aus dem Weinviertel und dem Kremstal in Österreich, sowie die Burgunder aus dem badischen Kaiserstuhlrand und der Südpfalz, spiegeln das gut wider.

Weinstil: Stilistisch schlagen diese Weine tatsächlich die Brücke von Lehm zu Kalk, daher gebührt ihnen hier auch ein eigener Absatz. Weine vom Löss verbinden die fruchtige Üppigkeit vom Lehm mit der würzigen Mineralität des Kalks. Die Weine sind anschmiegsam und quirlig zu gleich. Ein Wein vom Löss kann tief mineralisch sein, ist aber nie fruchtkarg. So finden sich oft reife Zitrusaromen in den eher kräftigen Weinen. Die Alten Reben vom Weingut Ebener-Ebenauer sind ein klassisches Beispiel dafür. Bei säurereichen Sorten, wie Riesling und Grüner Veltliner kommt diese Eigenschaft besonders gut zur Geltung.

Gut geeignet für: Riesling, Grüner Veltliner, Burgundersorten, Silvaner

Vulkanische Böden (Basalt, Porphyr, Melaphyr)

Nur wenige Weinanbaugebiete der Welt liegen auf Vulkangestein. Die wohl bedeutendsten sind der Badener Kaiserstuhl, bestimmte Lagen der Pfalz (Pechstein), der südlichen Nahe (Norheim), Basilikata, das Tokaji, sowie natürlich die am Etna gelegenen Weinberge auf Sizilien. Auch auf der griechischen Insel Santorin und an den Finger Lakes finden sich diese fruchtbaren Böden. Die Reben können tief wurzeln, sodass Frost, aber auch Trockenheit, keine größere Gefahr darstellen, sobald die Pflanze ein gewisses Alter erreicht hat. In einigen Regionen ist die Gefahr einer vulkanischen Erosion für Pflanze und Mensch sicherlich die größte Bedrohung. Die Böden verbinden karge Mineralität mit fruchtigem Charakter und eignen sich daher hervorragend für fruchtgeprägte Weine mit feinnerviger Säure, wie Riesling, Carricante und Silvaner im Weißweinbereich sowie Nerello Mascalese oder Pinot Noir für rote Trauben.

Weinstil: Weine von diesen Böden zeichnen sich durch eine volle exotische Frucht, gepaart mit einer tiefen Mineralität, aus. Ähnlich wie Schiefer, hat Vulkangestein die Eigenschaft, Wein in der Jugend oft nahezu ungenießbar zu machen. Aber diese Weine können gut altern! So verbinden die Rotwein zum Beispiel oft die kühle, karge Eleganz eines Burgunders mit der majestätischen Opulenz eines Barossa Valley Shiraz. Die lebendige Säure verleiht diesen Weinen zusätzliche Tiefe und Länge.

Gut geeignet für: Burgundersorten, Silvaner, Furmint, Aglianico, Nerello Mascalese, Carricante

Sie sehen also, es gibt durchaus eine Verbindung von Boden und Weinstilistik. Ich hoffe, dass ich Ihnen dies mit diesem groben Überblick darstellen konnte und Ihnen eine Vorstellung gegeben haben, welche Diversität es unter unseren Füßen gibt. Als Faustformel lässt sich gut merken, dass Weine von gesteinsreichen Böden meist frischer, klarer und schlanker daherkommen, als Weine von lehm- oder tonhaltigen Böden, die eher Weine hervorbringen, die eine satte Struktur und weniger Säure besitzen.

Es gibt darüber hinaus noch eine Vielzahl anderer Böden. Einige sind so speziell, dass sie in ihrer Zusammensetzung nur in einem bestimmten Gebiet vorkommen und dort spezielle Namen haben. Ich habe Ihnen nachfolgend einige prominente Bodenstrukturen aufgelistet. Diese Aufstellung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, vielmehr soll sie Ihnen als Boden ABC dienen um verwendete Begriffe im Weinvokabular oder in unserem Shop zu verstehen.

Albariza

Dieser Boden ist in Andalusien, speziell im Sherry-Gebiet zu finden. Der Name bedeutet soviel wie „weiße Erde“. Es ist eine Kieselgur, welche aus Schalen fossiler Kieselalgen gebildet wurde.

Alberese

Dies ist ein verwitterter Sandstein mit hohem Anteil an Kalkstein, sprich Kalziumkarbonat. Er kommt speziell im mittleren und südlichen Teil des toskanischen Chianti-Gebietes vor.

Alluvium

Das lateinische Wort alluvio bedeutet Anschwemmung und erklärt damit genau, worum es sich handelt. Alluvium ist ein fruchtbarer Boden, der durch einen urzeitlichen Fluss angeschwemmt wurde. Oft enthält er Kies, Schotter, Sand oder Lehm. Alluvium ist ein Boden den wir in dem Médoc finden.

Basalt

Hierbei handelt es sich um ein vulkanisches Gestein. Basalt enthält viel Kalk, Kalzium, Eisen, Magnesium und Soda, ist also reich an Mineralien. Es ist ein sehr hartes, langsam verwitterndes Gestein. Basalt ergibt kraftvolle Weine mit gesunder Säurestruktur.

Bims

Poröses Vulkangestein, welches durch gasreiche, vulkanische Eruptionen entstanden ist. Es unterscheidet sich chemisch nicht von anderer Lava, ist jedoch durch die eingeschlossene Luft wesentlich leichter. Die Farbe ist meist schwarz, mit zunehmendem Luftgehalt aber auch grau bis sogar weiß. Die Bezeichnung Bimstuff bezieht sich auf die Korngröße. Böden aus Bims haben eine gute Wasserspeicherung und sind sehr gut für den Weinbau geeignet. Die griechische Insel Santorin ist für diesen Boden bekannt.

Boulbènes

Dieser Boden ist in der Region Entre-Deux-Mers in Bordeaux zu finden. Es handelt sich um einen feinen, kieselhaltigen Boden.

Buntsandstein

Buntsandstein kommt vor allem in Rheinhessen und der Pfalz vor. Wie der Name schon sagt, ist es ein buntfarbiger, meist rötlicher Sandstein. Es handelt sich hierbei genaugenommen um den eiszeitlichen, tonhaltigen Abtragungsschutt von Gebirgen.

Crasse de fer

Dieser Boden ist auch als Terra Rossa bekannt, unter der Bezeichnung Crasse de fer definiert er allerdings den Boden im Plateau de Pomerol, wo unter anderem auch Château Petrus seine Reben hat. Es ist ein Sand-Kiesboden mit lehmigen Zwischenschichten und eisenhaltigen Einlagerungen.

Feuerstein

Auch Silex oder Flint genanntes, grau bis schwarzes Gestein, welches die Wärme gut reflektiert und speichert. Diese Kieselsteine entstammen kieselsäurehaltigem Meeresplankton und finden sich speziell im Pouilly-Fumé, einem Gebiet des Loire-Tals. Er gibt den Weinen ihr typisch rauchiges, verbranntes Aroma.

Flysch

So nennt man eine Bodenstruktur, die sich vom Südalpenrand, durch das Friaul bis nach Slowenien zieht. Es handelt sich um fossilarme Sandsteine, sowie Mergel- und Tonschiefer, die sich am Rande des Gebirges aus dem Abtragungsschutt gebildet haben.

Galestro

Blaugrauer Kalkstein mit Schiefereinlagerung. Dieser findet sich in der Toskana, speziell im Chianti Classico Gebiet.

Garrigue

Weniger eine Bodenart, sondern eine mediterrane Strauchheidenformation auf flachgründigen Böden. Vor allem in Südfrankreich, Korsika, Sardinien und Nordafrika bekannt. Sie wird bis zu zwei Meter hoch und hat einen reichhaltigen Pflanzenbestand. Der spezielle Duft von Lavendel, Rosmarin, Thymian, Salbei und anderen Kräutern findet sich oft in den Weinen aus diesen Gebieten wieder. Die Weine des Châteauneuf-du-Pape sind dafür ein sehr gutes Beispiel.

Gips

Häufig vorkommende, calciumsulfathaltige Erde, die durch Verdunstung von Meerwasser gebildet wurde. In der Regel ist er farblos oder weiß, kann aber durch verschiedene Beimengungen eine gelbliche, rötliche, graue oder braune Farbe annehmen. Die Untertürkheimer Lagen in Württemberg sind für diesen Boden mit durchschnittlicher Drainagefähigkeit bekannt.

Glimmer

Auch als Glimmerschiefer bekannte, silikathaltige Erde, mit einem wesentlichen Anteil magmatischen Gesteins, kristallinen Schiefer und mancher Sedimentgesteine. Glimmer findet sich in Georgien oder auch an der Nahe.

Gneis

Der Name Gneis stammt von dem altdeutschen Wort Geneus und entstammt der Zeit des Erzabbaus. Er wurde für das feste, taube Gestein zwischen den Erzbahnen verwendet. Gneis sind mittel- bis grobkörnige Metamorphite, die unter hoher Druck- und Temperatur-Einwirkung durch Umwandlung aus anderen Gesteinen entstanden sind. Wir finden diese zum Beispiel im badischen Ortenau, der Steiermark und dem Elsass.

Granit

Das ist sicherlich einer der bekanntesten Bodenarten, ob als Arbeitsplatte oder Fußboden, jeder hat schonmal Granit gesehen. Das dieses, aus bis zu 60% Quarz bestehende Gestein hart ist, deutet schon das Sprichwort „auf Granit beißen“ an. Außer Quarz setzt sich Granit noch aus Feldspat, Hornblende und Glimmer zusammen. Wie bereits oben beschrieben, erwärmt er sich schnell und speichert die Wärme gut. Granit sorgt für eine Reduzierung der natürlichen Säure in den Beeren, was bei säurehaltigen Trauben in kühlen Gebieten ideal ist. Granit findet sich in der Wachau, dem Elsass, der Ortenau oder dem Beaujolais.

Grauwacke

Auf Grauwacke sind schon die meisten von uns gelaufen, denn es wird für die Herstellung von Pflastersteinen verwendet. Der Boden besteht aus Sedimenten mit sehr hartem Sandstein und einem Gehalt an Quarz, Feldspat, Glimmer, Chlorit und anderen Mineralien. Der Boden eignet sich ausgezeichnet für Weinbau. Er kommt unter anderem am Mittelrhein, dem Rheingau und an der Ahr vor. Aber auch in Neuseeland und Südafrika findet sich Grauwacke.

Kalkstein

Wie schon eingangs erwähnt, sind die Kalklagen so etwas wie die Königslagen. Kalk ist ein Boden auf Sedimentbasis, bestehend aus Carbonaten. Der häufigste farbige Kalkstein, der im Weinanbaugebiet gefunden wird, ist grau in der Farbe, außer Kreide. Kalkstein ist durchweg alkalisch und wird in der Regel mit Trauben mit hohem Säuregehalt bepflanzt.

Keuper

Keuper ist ein fast ausschließlich in Deutschland verwendeter Begriff für ein mitteleuropäisches Gestein mit Sandstein, fossilen Einlagerungen, Löss (Lettenkeuper) oder Gips (Gipskeuper). Keuper-Böden besitzen eine gute Wasserspeicherung und sind in Franken, in Baden, der Mosel und Württemberg zu finden.

Kies und Kieselsteine

Als Kies bezeichnet man in Gewässern rundgeschliffene, kleine Steine in einem Durchmesser zwischen 2-63 mm. Die Böden mit kleineren Kieseln finden sich entsprechend meist in Wassernähe. Die Böden haben eine hohe Drainage und eine säurehaltige Erde. Auf Kies gepflanzte Reben müssen tief in den Untergrund eindringen, um Nährstoffe zu finden. Weine aus Reben auf Lehmkiesbetten haben weniger Säure, als solche von Kalksteinkiesbetten. Das Graves im Bordeaux, das Médoc und das Marlborough in Neuseeland sind bekannte Kiesgebiete.

Größere Kieselsteine werden oft manuell auf andere Bodenarten in heißen Anbaugebieten ausgetragen. Sie dienen dazu, jegliche Art von Wasserrückhalt zu erhalten. Große Kiesel finden sich an der südlichen Rhône.

Kimmeridge

Das ist der berühmte, graue Kalk-Tonboden aus dem Chablis. Der Name leitet sich vom gleichnamigen kleinen Ort auf der Isle of Purbeck in der Grafschaft Dorset ab. An der englischen Südküste gibt es exakt den gleichen Boden, dort heißt er allerdings nicht Kimmeridge.

Kreide

In reiner Form kommt Kreideboden selten vor. Die Champagne ist sicherlich das bekannteste Gebiet. Der Boden wird dort Craie à bélemites genannt. Es ist ein weicher Kalksteinboden welcher von den Reben leicht durchdrungen werden kann. Er bietet einen guten Wasserabzug und eignet sich durch seine pH-ausgleichende Eigenschaft am besten für Trauben mit hohem Säuregehalt.

Lehm

Lehm ist ein weicher, fruchtbarer Boden, der aus Sand, Schluff und Ton besteht. In Verbindung mit Kalk ist Lehm eine wirklich geniale Unterlage für Premiumwein. Die Weine sind eher körperreich und von einer milden Säure. Die Frucht ist üppig und voll. Aufgrund der guten Wasserspeicherung ist dieser Boden speziell in den wärmen Regionen von Australien, Südafrika und Nordamerika gut geeignet.

LLicorella

Dieser Begriff wird für den Schieferboden des spanischen Priorats verwendet. Der Schiefer hat hier Quarzeinlagerung, ist sehr porös und bietet so eine gute Drainage.

Löss

In England „Brickearth“ genannt, ist Löss eine Bodenstruktur, die dem Lehm nicht so unähnlich ist. Es ist im Wesentlichen eine hellfarbene, feinkörnige Ansammlung von Ton- und Silt- Partikeln, meist Windablagerungen. Also ein unbefestigter, kalkhaltiger Silt. Lößböden sind meist homogen, durchlässig, in der Farbe graubräunlich bis grau und mit kalkhaltigen Einlagerungen sowie fossilen Bestandteilen.

Melapyhr

Dunkles, feinkörniges, mitunter porphyrisch ausgebildetes Ergussgestein. Viele Melaphyre haben eine Vielzahl an Blasen-Hohlräumen, die mit sekundären Mineralen gefüllt sind. Melaphyr kommt unter anderem an der Saar und der Nahe vor.

Mergel

Mergel kommt meist in Verbindung mit Ton oder mit Kalk als Kalkmergel vor. Mergel ist ein graues oder gelbliches Sedimentgestein und entstand auf fossilen Meeresböden. Es sind fruchtbare, schwere Böden mit einem hohem pH-Wert. Diese Böden erbringen Weine mit guter Säure. Mergel findet sich im Piemont, in Rheinhessen, der Rhône und dem Jura.

Porphyr

Ist ein feinkörniger, glasiger, vulkanischer Boden mit großen Kristallen. Porphyr findet sich zum Beispiel an der Nahe oder in Südtirol.

Quarzit

Boden mit hohem pH-Wert, der folglich die Säure des Weines reduziert und somit für Rebsorten mit einem höheren Säuregehalt gut geeignet ist. Quarz kommt anteilig in den meisten Böden vor, besonders aber in Sand- und Schluff. Quarz speichert die Wärme gut und kann speziell in kühleren Gebieten so essentiell zur Traubenreife beitragen.

Rotliegendes

Begriff für Schieferboden mit Eiseneinlagerung. Der Ürziger Würzgarten oder der „Rote Hang“ in Nierstein sind dafür bekannt.

Sand & Sandstein

Sand kommt oft mit Quarzeinlagerungen vor. Es ist ein warmer, luftdurchlässiger Untergrund mit hoher Wasseraufnahme und der Fähigkeit, dieses langfristig zu speichern. Kommt oft in Spanien vor und ist ein echter Reblauskiller. Sandstein hat einen höheren Anteil an Eisen. Beide Bodenarten sind sensorisch allerdings wenig markant.

Schiefer

Die Diva der Böden! Dunkles, aufgefächertes, plattenähnliches Gestein mit hoher Brüchigkeit. Entsteht durch hohen Druck aus Ton oder Schluff tief in der Erde. Schiefer verfügt über ein ausgezeichnetes Wärmespeicherungsvermögen und eine hohe Drainage. Er ist dadurch für kühlere Klimabereiche wie Mosel oder Ahr prädestiniert.

Schluff

Schluff ist eine Bodenart aus sehr feinem, verwittertem Gestein, das überwiegend aus Feldspat, Quarz und anderen Sedimenten besteht. Schluff lässt sich, bezogen auf die Korngröße, zwischen Sand und Ton einordnen, bietet eine gute Wasserspeicherung, aber schlechte Entwässerung und ist daher, wie Sand, für regenärmere Regionen besser geeignet. Schluff ist aber fruchtbarer als Sand.

Silex

Siehe Feuerstein

Terra Rossa

Siehe Crasse de fer. Terra Rossa kommt vor allem im australischen Coonawara vor.

Ton

Kühler, säurehaltiger Boden aus übereinanderliegenden Platten mit Sedimenten. Ton hat eine recht gute Wasserspeicherung. In seiner reinen Form lässt Ton, aufgrund der Plättchen, allerdings Wasser nur schlecht ablaufen. Eine Verbindung mit Kalk, Sand oder Schiefer ist daher optimal. Das rechte Bordeaux-Ufer ist für mustergültig für diese Kombination.

Vulkanische Böden

Die Fruchtbarkeit vulkanischer Böden ist weltberühmt. Sie entstehen durch zwei Arten, entweder aus Gesteinsmaterial, das bei einem Vulkanausbruch in die Luft geschleudert wurde, oder aus abgekühltem Gestein, direkt aus einem Strom von Lava. Die Böden verbinden karge Mineralität mit fruchtigem Charakter und eignen sich daher hervorragend für fruchtgeprägte Weine mit feinnerviger Säure.

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