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15.09.21

Saittavini Blogartikel Weinbewertung - Bild Michelangelo Saitta

Kritiken und Bewertungen von Wein

„Ein Mann muss zum Erlernen eines jeglichen Berufs Zeit aufwenden, mit Ausnahme des Kritikerberufs – denn alle Kritiker kommen schon fertig auf die Welt“, schrieb einst Lord Byron. Damit hat er es auf den Punkt getroffen. Denn kritisieren kann schon jedes Kind. Der wirkliche Sinn einer Rezension ist doch aber in erster Linie Beratung zu geben für denjenigen der diese liest. Eine sachliche Nennung der Stärken und Schwächen aus der subjektiven Meinung des Scheibers, um ein Gefühl für das Produkt zu vermitteln. Persönliche Vorlieben können dabei durchaus wertfrei angebracht werden, ebenso wie handwerkliche Schwächen. Das ist natürlich ein schmaler Grat, denn wie wir wissen, gefällt nicht allen Menschen das Gleiche. Aber wie bewertet man denn Wein korrekt?

Wer ist ein Kritiker?

„Ein Mann muss zum Erlernen eines jeglichen Berufs Zeit aufwenden, mit Ausnahme des Kritikerberufs – denn alle Kritiker kommen schon fertig auf die Welt“, schrieb einst Lord Byron. Damit hat er es auf den Punkt getroffen. Denn kritisieren kann schon jedes Kind. Auch das Internet ist voll von sinnvollen und sinnlosen Kritiken. Allein die Flut an Rezensionen über einzelne Artikel bei dem größten Onlinehändler scheint einen als User fast zu erschlagen. Liest man sich alle genau durch, ist man danach im Endeffekt so verunsichert, dass man sich zwangsläufig gegen einen Kauf entscheidet, um nichts falsch zu machen. Auch diverse Reise- und Gastroforen scheinen bei genauer Betrachtung vielmehr dem Selbstdarstellungszweck der diversen Kritiker zu dienen, als der Unterstützung des Users bei der richtigen Wahl. Teilweise erlangt die Form der Kritik auch sehr fragwürdige Ausuferungen. Persönliche Beleidigungen, geschmacklose Äußerungen und teilweise rassistische Kommentare sind in diesen Foren leider an der Tagesordnung und haben mit Kritik nichts zu tun. Auch beim Thema Wein finden sich teilweise sehr bizarre Texte, die mit sachlicher Kritik nichts gemein haben. Speziell das Internet bietet immer noch eine verführerische Anonymität für Scharlatane und deren niveaulosen Behauptungen. Dass hinter all diesen Produkten auch Menschen und Emotionen stehen, wird dabei allzu oft vergessen.

Es ist ein wenig wie mit dem Beruf des Dieners, da heißt es so schön „bedienen kann jeder, dienen dagegen ist eine Kunst“. So erscheint es mir auch bei der Kritik, kritisieren kann jeder, konstruktive Kritik geben, nur wenige.

Was ist der Sinn einer Weinkritik? 

Der wirkliche Sinn einer Rezension ist doch aber in erster Linie Beratung zu geben für denjenigen der diese liest. Eine sachliche Nennung der Stärken und Schwächen aus der subjektiven Meinung des Scheibers, um ein Gefühl für das Produkt zu vermitteln. Persönliche Vorlieben können dabei durchaus wertfrei angebracht werden, ebenso wie handwerkliche Schwächen. Das ist natürlich ein schmaler Grat, denn wie wir wissen, gefällt nicht allen Menschen das Gleiche. Dem einen ist der Wein zu sauer, dem anderen zu müde, der eine stört sich über einen 13,5 Vol. %igen Pinot Noir, für andere fängt ab dem Prozentsatz guter Rotwein erst an, und so weiter.

Die einfachste Form der Kritik ist sicherlich „schmeckt mir“, beziehungsweise „schmeckt mir nicht“. Eine subjektive Meinung ohne nachvollziehbare Ansätze. Dem Leser eines solchen Kommentares wird nicht kommuniziert was, warum und in welchem Zusammenhang das erwähnte Getränk dem Konsumenten zugesagt hat oder eben nicht.

Bei der immensen Anzahl weltweit produzierter Weine machen ausführliche Weinnotizen, Beschreibungen und Bewertungen aber durchaus Sinn. Wenn der Leser diese für sich auch nutzen kann.

Die Aufgabe eines Weinkritikers besteht für mich daher darin, verlässlich in seinem System zu bewerten, unabhängig von der Skalierung eines anderen Kritikers. Denn nur wenn für den Leser eine größtmögliche Transparenz und Nachvollziehbarkeit entsteht, kann der Nutzer die Kritik auch auf sich umwandeln. Das alles bedarf von dem Weinkritiker Erfahrung, Souveränität, Übung und eine geschulte Sensorik. Dinge, die man nicht von heute auf morgen erlernt.

Auch sollte ein guter Verkoster seine Stärken und Schwächen kennen. Denn nicht jeder gute Sensoriker kann alle Rebsorten, Gebiete und Stile gleichermaßen gut probieren und mit anderen Weinen seiner Art vergleichen. Schaumweine zum Beispiel sind wesentlich anders zu verkosten als Stillweine.

Wer hat damit eigentlich angefangen?

Weinkritiken gibt es mit großer Sicherheit schon seit es den ersten Wein gab. Im Laufe der Zeit wurden dann Weinberge klassifiziert, Prädikatsstufen eingeführt und einzelne Weingüter bewertet. Im Jahr 1855 wurden im Zuge der Weltausstellung in Paris die Weingüter des Médoc in einer fünfstufigen Klassifikation eingeordnet. Auch die Lagen des Burgunds, der Champagne, der Pfalz und anderen Anbaugebieten wurden in ihrer Wertigkeit beurteilt. Ebenso wurde der erzielte Wert bei Auktionen für einzelne Gewächse als Maßstab für die Qualität angesetzt. Bei dem legendären Judgement of Paris wurden am 24. Mai 1976 auf Einladung des Weinhändlers Steven Spurrier die großen französischen Weine gegen ihre kalifornischen Pendants bewertet.

Die eigentliche Wurzel der Weinkritik und Weinbewertung liegt aber in Amerika. Hier war es der Rechtsanwalt Robert Parker, welcher aus seiner Weinleidenschaft heraus 1978 einen der wichtigsten Weinführer der Welt schuf, The Wine-Advocate. Parker entdeckte während seines Studiums seine große Leidenschaft für Bordeaux. Es war dann auch der 1982er Jahrgang des Bordelais, welcher den internationalen Durchbruch Parkers als Weinkritiker bringen sollte. Diesen bewertete er so wohlwollend, dass sein Urteil sowohl für Weingut, als auch Käufer nahezu unentbehrlich wurde. Dabei wurde schnell klar, dass speziell die Weine mit konzentrierter Frucht und kräftigem Körper den Gaumen des Schreiberlings schmeichelten. Um dem Leser seiner Publikationen eine nachvollziehbare Bewertungsskala zu bieten, behalf sich Parker mit dem amerikanischen Schulnotensystem. Dieses 100 Punkte Schema ist eigentlich ein 50 Punkte System. Denn die Skala staffelt sich wie folgt:

50-59: nicht akzeptabel | 60-69: unterdurchschnittlich | 70-79: durchschnittlich mit kleinen Fehltönen

80-89: überdurchschnittlich bis sehr gut | 90-95: hervorragend | 96-100: außergewöhnlich und mit tiefem, komplexem Charakter

Speziell auf dem US-Markt und in Großbritannien schienen die Leute den Kritiken und Bewertungen Parkers blind zu folgen. Nicht wenige Weingüter blieben daraufhin auf diesen Märkten verschmäht. Aus Angst vor wirtschaftlichen Folgen und Imageeinbußen änderten einige Châteaus sogar ihren Weinstil, um sich so dem Geschmack des Wine-Advocate anzunähern. Für einige Winzer schien nichts wichtiger zu sein, als der Ritterschlag von Robert Parker, 100 Punkte für ihren Wein.

Einen ähnlichen Effekt hatte Parker in der Folge für die Weine der RhôneKaliforniens und Italiens. Lediglich die Weine des Burgunds und des deutschsprachigen Raums schienen sich der Kritik Parkers entziehen zu können. Dies erkannte auch Robert Parker und begann ab 2012 damit, nicht mehr alle Gebiete selbst zu verkosten. Er überließ viele Gebiete kompetenten Weinexperten, die auf gewisse Stile, Länder und Regionen spezialisiert waren.

Welche anderen Bewertungssysteme gibt es?

Jeder Kritiker nutzt für sich ein Bewertungssystem, mit dem er sich am wohlsten fühlt. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlicher Weinbewertungssysteme. Berühmte und weniger berühmte Verkoster vergeben Punkte, Sterne, Schulnoten, Gläser, Trauben, Medaillen und Flaschen. Selbst für uns, die sich mit dem Thema Wein tagtäglich beschäftigen, ist es schier unmöglich da noch den Durchblick zu behalten.

Das 100 Punkte System des Wine-Advocate nutzen heute einige der renommiertesten Magazine und Tester. Neben dem britischem Decanter und dem US-Magazin Wine Spectator, greifen auch der Gault-Millau, der Falstaff und der Meininger Verlag darauf zurück. Auch bekannte Verkoster wie James Suckling, Antonio Galloni oder Allen Meadows haben das 100 Punkte Prinzip für sich adaptiert. Neben diesem System sind folgende weitere Systeme heute etabliert.

Gläser 

Der italienische Gambero Rosso, der sein rot eingebundenes Standardwerk “Vini d’Italia“ jährlich auf den Markt bringt, ist durch dieses System bekannt geworden. Seit 1988 werden in ihm die besten italienischen Weine bewertet. Auf über 1000 Seiten werden nach der Gläserskala über 20.000 Weine bewertet. Knapp 400 Exemplare erlangen die Höchstnote von 3 Gläsern. Zugegebenermaßen ist eine 3stufige Skala für den Experten sehr ungenau, für viele Einsteiger aber ausreichend und gut nachvollziehbar. Der Guide ist sicher auch daher sehr auflagenstark. Das System unterscheidet in folgender Glasskala - 1: gut | 2: sehr gut | 3: außergewöhnlich

Uns fällt es allerdings schwer, innerhalb dieses Systems Qualitätsunterschiede zwischen Weinen auf ähnlichem Niveau präzise zu differenzieren.

Das 5-Punkte bzw. Sterne-Schema

Das 5 Punkte-Schema erinnert ein wenig an das deutsche Schulnotensystem. Eigentlich ist es aber eine reduzierte Form des 100 Punkte Systems, denn das beginnt ja auch erst bei 50 Punkten und gliedert sich dann in 6 Kategorien. Das 5-Punkte-Shema ist allerdings etwas strukturierter, ja, typisch deutsch korrekt in seiner Herangehensweise. Die Beurteilung erfolgt nach den Kriterien Geruch, Geschmack und Harmonie, wie dies auch bei der Vergabe der amtlichen Prüfnummer der Fall ist. Die DLG verwendet dieses System auch bei den Landes- und Bundesweinprämierungen für Wein und Sekt wie folgt: stark fehlerhaft: 0 | fehlerhaft: 1 | befriedigend: 2 | gut: 3 | sehr gut: 4 | ausgezeichnet: 5.

Auch der berühmte Brite Michael Broadbent verwendet ein 5 Punkte Schema. Die Internetplattformen Captain Cork und Vivino nutzen ebenso dieses System. Wobei es bei zweiterer anscheinend nur ein 1,5 Punkte Schema ist, da kein Wein schlechter als 3,5 bewertet ist. Und in der Tat ist, bei genauer Betrachtung der Kriterien, das System eigentlich eher eine 3stufige Skala, denn ab einer Bewertung von 3 scheint Weintrinken erst wirklich Spaß zu machen. Statt Punkten werden auch hin und wieder Sterne verliehen.

Das 20-Punkte-Schema

Das 20-Punkte Schema ist ein fast ausschließlich in Europa angewandtes System und recht präzise. Die Bewertung erfolgt nach diesen Kriterien:

  • Farbe: fehlerhaft, unschön: 0 | ansprechend: 1 | besonders schöne Farbe: 2
  • Klarheit und Reinheit: trüb, staubig, matt, glanzlos: 0 | klar, rein: 1 | kristallklar, brillant; 2
  • Geruch: kein Geruch erkennbar, schlecht bis verdorben: 0 | schwach, diffus, verhalten: 1 | ansprechend, sauber, reintönig: 2 | sehr gut entsprechend, duftig, fein: 3 | charakteristisch, besonders fein und ausgeprägt: 4
  • Geschmack (Körper, Extrakt, Süße, Säure, Tanninstruktur): verdorben, schlecht: 0 | kein Weingeschmack, fremd: 1 Punkt | leer, dünn, wenig Ausdruck: 2 | geradlinig: 3 | reintönig, ausdrucksstark: 4–5 | gehaltvoll, aromatisch, reich, charaktervoll: 6 | stilistisch, überragend, perfekt: 7
  • Gesamteindruck (Harmonie, Finesse, Abgang): mangelhaft, unharmonisch: 0 | kurzer Abgang, wenig harmonisch: 1 | guter Gesamteindruck: 2–3 | mittlerer bis langer Abgang, balanciert, typisch, delikat: 4 | langer Abgang, hochfein, sehr harmonisch, großer Wein: 5.

Die Einzelnoten von Farbe, Klarheit und Reinheit, Geruch und Geschmack werden addiert, die Summe führt zu folgender Skala: 10 oder weniger: fehlerhaft | 10-12: nicht zufriedenstellend | 12-14: gut | 14-16: sehr gut | 16-18: außergewöhnlich | 18-20: Spitzenqualität | 20/20: außergewöhnliche Spitzenqualität.

Es wird fast immer nur die Gesamtnote veröffentlicht. Die Details der einzelnen Kriterien werden nur sehr selten publik gemacht. Der Schweizer René Gabriel ist, neben der Britin Jancis Robinson-MW der berühmteste Nutzer dieses Systems. Auch die Zeitschrift Vinum rated seine Verkostungen in dem 20-Punkte-Schema. Ich finde, dass diese Bewertungsform eine der besten ist. Lediglich die Tatsache, dass sie fast ausschließlich auf unserem Kontinent angewandt wird, schmälert die globale Akzeptanz etwas.

Nachteil dieser Methoden

Das Hauptdefizit all dieser Methoden ist, dass es meist die Kritik eines einzelnen Verkosters ist. Denn wie bei allen Dingen die bewertet werden, sei es ein Restaurant, ein Auto oder in dem Fall Wein, spielen Emotionen, gewisse Vorlieben oder die Tagesform eine große Rolle. Auch die Raumtemperatur, das Licht im Tastingroom, die verwendeten Gläser, Fremdgerüche, die Weintemperatur und die Öffnungsdauer der Probeflasche fallen bei einer Kritik ins Gewicht. Ich habe schon oft erlebt, dass ein und derselbe Verkoster den exakt gleichen Wein an 2 aufeinanderfolgenden Tagen unterschiedlich bewertet hat. Zugegebenermaßen waren die Punkteschwankungen nicht so weit auseinander, aber dies war häufiger der Fall, als dass ein und derselbe Verkoster exakt die gleiche Punktezahl vergeben hat. Auch die Lagerung und das Alter des Weins spielen dabei eine entscheidende Rolle. Denn, umso älter der Wein, desto fragiler ist dieser. Die Art und Weise wie dieser gelagert wurde, beeinflusst sein Aromen- und Geschmacksprofil sehr. Die Kritik eines einzelnen Verkosters kann daher immer nur eine subjektive Momentaufnahme sein.

Die Saittavini Methode

Um diese subjektiven Schwankungen zu relativieren, bewertet Saittavini immer im Team. Dabei sind mindestens 3 Verkoster des Stammgremiums anwesend und Kollegen, Händler oder Weinfreunde gerne erwünscht. Die Weine werden meist blind probiert und jeder Verkoster bewertet den oder die Weine zunächst für sich. Nach jedem Flight werden die Weine diskutiert und die jeweiligen Bewertungen aufgedeckt. Aus der Quersumme der individuellen Bewertungen ergeben sich dann die Saittavini-Punkte. Bei einer 0,5 Bewertung wird über eine Ab- oder Aufstufung kurz abgestimmt. Wir verkosten die Weine in Gläsern, welche zu der Stilistik der Weine passen, so wie wir die Gewächse im Restaurant servieren, respektive in den Gläsern, welche wir Ihnen hier empfehlen. Wir nutzen das Zalto Universalglas, das Zalto Burgunderglas oder das Riedel Vinum. Alle Weine werden zunächst aus der Flasche probiert und dann bei Bedarf dekantiert oder belüftet. Fehlerhafte Weine, solche mit deutlichen Defiziten oder „künstlichen“ Eindrücken werden direkt aussortiert und werden aus Respekt vor den Winzern nicht erwähnt, denn wir verdienen unser Geld nicht mit Bulg und Klatsch, sondern mit Qualitätswein. Unser internes Ranking beginnt also offiziell bei 70 Punkten. Sie werden sich jetzt Fragen warum Sie dann keine Weine in der unteren Punktzahl bei uns im Shop finden? Das ist relativ einfach, wir haben diesen Shop gegründet, um Ihnen die guten Weine der Welt und die Gewächse bis zur Weltklasse anzubieten. Dennoch respektieren wir auch die ehrliche Qualität eines Winzers, der in seinem Radius und mit seinen Möglichkeiten einen überdurchschnittlichen Alltagswein keltert, und ja, solche Tischweine trinken wir auch manchmal gern selbst.

Grundsätzlich sind wir bestrebt, Ihnen in unserem Shop aktuellste Beschreibungen und Bewertungen zu präsentieren. Wir verkosten unsere Weine daher regelmäßig nach. Bitte haben Sie aber Verständnis, wenn speziell wir bei den limitierten Weinen nur in größeren Abständen probieren, um die Notizen zu aktualisieren. Um Ihnen einen groben Überblick aller Bewertungssysteme im Vergleich zu geben, habe ich Ihnen diese in einer Tabelle zusammengetragen.

Beschreibung

5 Sterne /Punkte Schema

20 Punkte System

DLG System

Robert Parker

Saittavini Methode

nicht akzeptabel, fehlerhaft

/

/

/

50 – 59

/

unterdurchschnittlicher Wein mit Defiziten

/

/

/

60 - 69

außer

Bewertung

durchschnittlicher und fehlerfreier Wein, der sich aber durch nichts abhebt

*

10 – 11,9

2 – 2,9

70 - 79

70 – 79

Überdurchschnittlicher Wein

**

12 – 13,9

3 – 3,4

80 – 84

80 - 84

guter bis sehr guter Wein

***

14 – 15,9

3,5 – 3,9

85 - 89

85 – 89

Hervorragender Wein mit Komplexität und Charakter

****

16 – 17,9

4 – 4,4

90 – 95

90 - 95

Außerordentlicher Wein mit Komplexität, Charakter,

Länge und Potential

*****

18 - 20

4,5 – 5

96 - 100

96 – 98

Weltklasse/ Einzigartig

99 - 100

MHD von Weinbewertungen?

Über die Aussagekraft und Haltbarkeit von Weinkritiken lässt sich keine pauschale Aussage treffen. Zu sehr beeinflussen Region, Ausbau, Winzer und Jahrgang diese Entwicklung. Aber, über den Kamm geschert kann man sagen, dass, umso jünger der Wein, desto kurzlebiger ist die Beurteilung. Allerdings schmecken von 12 probierten, fehlerfreien Flaschen eines Weins höchstwahrscheinlich alle gleich.

Speziell im Jungweinstadium ändert sich der Wein sehr schnell. Der Wein im Fass schmeckt immer anders, als der gefüllte aus der Flasche. Viele Weine fallen geradezu in ein kurzzeitiges Tief, das so genannte Füllloch, aus welchen sie sich nur langsam erholen. Der Einfluss von Schwefel spielt auch eine Rolle. Ebenso entscheidet die Tatsache, ob ein Wein oxydativ (Holz, Zement, Amphore) oder reduktiv (Edelstahl Glasballon oder Plastiktank) ausgebaut wurde, über seine Entwicklung und somit die Aktualität der Beurteilung.

Gereifte Weine, welche liegend, bei konstanter Temperatur, unter ausreichender Luftfeuchtigkeit und dunkel gelagert wurden, verändern sich langsamer. Deren Verkostungsnotizen behalten daher länger ihre Aktualität. Bei diesen Weinen ist allerdings die Wahrscheinlichkeit einer Differenz zwischen einzelnen Flaschen sehr hoch.

Wer liest Weinbewertungen?

Aber wem dienen all diese Bewertungen und Kritiken wirklich? Grundsätzlich macht eine Kritik nur nachvollziehbar für denjenigen Sinn, der diese selbst verfasst hat. Denn nur derjenige weiß genau, wann, in welcher Stimmung und wo er den Wein verkostet hat, was er mit der Beschreibung genau meint und wie er zu seiner Beurteilung gekommen ist.

Die meisten Weinbewertungen werden mit Sicherheit von Winzern gelesen. Ähnlich wie die meisten Restaurantführer von Gastronomen gekauft werden. Der Mensch sucht ja nach Reflexion, Bestätigung und Ansporn. Eine konstruktive Kritik ist da sicher ähnlich förderlich wie ein bisschen Lobhudelei. Des Weiteren kennen die meisten Winzer die Verkoster und können deren Bewertungen gut einschätzen.

Dennoch sind auch für den Endverbraucher die Rezensionen der Weinkritiker wichtig. Speziell bei dem beliebten Subskriptionsgeschäft von Bordeauxweinen und anderen hochpreisigen Weinen, sind deren Urteile von hoher Bedeutung. Eine genaue Erklärung zum Thema Subskription finden Sie hier in unserem Blog.

Bei diesen Investitionen muss sich der Käufer blind auf das Urteil der geschulten Nasen und Gaumen verlassen können, da er selbst nicht die Möglichkeit hat den Wein zu probieren. Auch speziell beim Weinkauf Online, wie hier bei uns, muss der Kunde sich auf die Bewertung des Händlers verlassen. Bewertungen sind also wichtig und dienen Ihrer und unserer Orientierung. Dennoch ist eine gute Punktzahl nicht alles. Denn was nützt es Ihnen, wenn Sie einen 100 Punkte Wein bei uns kaufen, der Ihnen einfach nicht gefällt? Die Freude darüber währt sicher nur kurz. Enden wir also, wie wir begonnen haben, mit der einfachsten Form der Weinkritik, gut ist das, was Ihnen schmeckt. Wenn Sie durch regelmäßiges Probieren unserer Weine und den Vergleich mit unseren Kritiken ein Muster entdecken, welches Sie lesen und nachvollziehen können, dann haben wir unser Ziel erreicht. Für Ihr individuelles Feedback sind wir daher immer dankbar!