Tua Rita: Geschichte
Das Weingut Tua Rita wurde Anfang der 1980er-Jahre von Rita Tua und Virgilio Bisti in Suvereto, im Herzen der toskanischen Maremma, gegründet. Was als kleines Familienprojekt begann, entwickelte sich rasch zu einem international gefeierten Namen – insbesondere durch den Erfolg des legendären Redigaffi, der Tua Rita zu einem Symbol für exzellente Supertuscans machte. Heute führt Schwiegersohn Stefano Frascolla das Gut weiter und verbindet die ursprüngliche Leidenschaft mit moderner Präzision.
Lage & Produktion von Tua Rita
Die Weinberge von Tua Rita liegen auf mineralreichen Böden zwischen Meer und Hügeln, wo das milde Klima ideale Bedingungen für Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Syrah schafft. Auf rund 30 Hektar entstehen charakterstarke Weine, die durch niedrige Erträge, selektive Handlese und sorgfältige Kellerarbeit unverwechselbare Tiefe und Eleganz zeigen. Tua Rita steht für kompromisslose Qualität – vom ersten Rebschnitt bis zur finalen Abfüllung.
Weingut Tua Rita
Möchten Sie noch mehr über das Weingut Tua Rita erfahren und die Weine kennen lernen? Dann finden Sie hier noch weitere Informationen und können die Weine des Guts hier bestellen.
Interview mit Stefano Frascolla
Können Sie uns kurz etwas über die Geschichte Ihres Weinguts erzählen?
Die Geschichte unseres Weinguts begann 1984, als Rita und Virgilio das Anwesen als Familienhobby kauften. 1988 entschieden sie sich, einen neuen Weinberg anzulegen. Von da an wuchs das Weingut stetig, Jahr für Jahr, mit immer neuen Rebpflanzungen, viel Experimentierfreude und innovativen Entscheidungen – zum Beispiel der Wahl einer hohen Pflanzdichte. Heute umfasst das Gut 80 Hektar Weinberge, ist aber trotz des Wachstums weiterhin ein echter Familienbetrieb geblieben.
Ursprünglich war das Anwesen voller Olivenbäume. Warum kam es zum Wechsel vom Olivenanbau zum Weinbau?
Der Wechsel von Oliven- auf Weinbau wurde durch den Frost am 6. Januar 1985 ausgelöst, der alle Olivenbäume zerstörte.
Was hat den plötzlichen Wandel ausgelöst und warum haben Sie sich gerade für französische Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot entschieden?
Wir wollten im Val di Cornia etwas Neues schaffen. Cabernet Sauvignon wählten wir, weil es die Rebsorte von Sassicaia war, Merlot war hingegen der Favorit in unserer Familie.
Obwohl Tua Rita heute zu den besten Super-Tuscan-Produzenten gehört, begann alles sehr bodenständig. Wie kam es zum Wechsel vom Hobby zur professionellen Weinherstellung?
Der Wandel kam 1996 ganz natürlich – das Weingut bekam von Anfang an positives Feedback aus dem Markt und von der Presse. Dann war klar, dass wir es professionell angehen.
Können Sie Ihre Weine in drei Worten beschreiben?
Strukturiert, elegant und von ihrer Herkunft geprägt.
Wie würden Sie die Philosophie Ihres Weinguts beschreiben?
Respekt vor dem Land, präzise Weinbergsarbeit, und ein Ausbau, der die Sorten und Jahrgänge respektiert. Das Ziel: Trotz der opulenten, komplexen Weine sollen sie immer auch Eleganz und Trinkbarkeit bieten.
Was macht das Terroir von Suvereto so besonders für den Weinbau?
Die Kombination mineralreicher, steiniger Böden, ein Mikroklima, das vom Wind und der Meeresnähe geprägt ist, sowie eine Vielfalt an Bodentypen und Mikro-Parzellen.
Welche Bedeutung hatte der internationale Durchbruch mit dem 100-Punkte-Redigaffi für das Weingut und Ihre persönliche Arbeit?
Persönlich war das eine große Genugtuung. Für das Weingut war es sehr wichtig, auch wenn die Nachrichten damals langsamer um die Welt gingen als heute.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im Weinberg und in der Produktion für Tua Rita?
Nachhaltigkeit und Respekt für Boden und Landschaft stehen im Zentrum. Das ist wichtig, damit unsere Weine ihre Herkunft ausstrahlen und man unsere Arbeit erkennt. Wir wissen, dass das Terroir unser größtes Kapital ist und bewahren es so gut wie möglich.
Wie gelingt es Ihnen, auch in schwierigen Jahrgängen hohe Qualität zu gewährleisten?
Das Geheimnis ist Selektion: grüne Lese und mehrfache Durchgänge vor der Haupternte sind essenziell.
Können Sie uns etwas über Ihre verschiedenen Ausbaumethoden erzählen?
Die Methoden sind traditionell: Die Basisweine reifen im Edelstahl oder Beton. Für kleine Partien nutzen wir Amphoren; die wichtigsten Weine lagern zumeist im Barrique. Ausnahme: Der Perlato del Bosco Rosso kommt beim Sangiovese ins große 22-Hektoliter-Holzfass.
Welche Rebsorten bauen Sie an?
Im Zentrum stehen internationale Sorten: Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Syrah. Dazu kommen Sangiovese, Vermentino und Ansonica, klassische Sorten der Toskana.
Wie spiegelt sich das Terroir von Tua Rita – insbesondere die Noten von Eisen und intensive Würze – im Geschmacksprofil Ihrer Weine wider?
Der Mineralgehalt der Böden und die Traubenkonzentration machen jeden unserer Weine unverwechselbar und charaktervoll. Unser Ziel: Nach burgundischem Vorbild kreiert jede Parzelle immer stärker ihren einen eigenen, unverwechselbaren Wein.
Wie gehen Sie bei der Ernte vor, um sicherzustellen, dass nur perfekt gereifte Trauben verarbeitet werden?
Die Arbeit beginnt im Weinberg: Durch mehrere Durchgänge wird selektiert, bis nur die reifsten und gesündesten Trauben bis zuletzt hängenbleiben. Bei der Annahme werden die Trauben dreifach selektiert: von Hand im Ganzen, nach dem Abbeeren, und anschließend optisch nach einzelnen Beeren.
Wie war es, auf dem Familienweingut aufzuwachsen?
Ich bin erst mit 25 eingestiegen und habe so bei der Gründung mitgewirkt. Für meinen Sohn Giovanni ist es eine Erfahrung, die sehr prägend ist und in enger Verbundenheit mit Betrieb und Land schweißt.
Wie entstand Ihre Liebe zum Wein?
Sie wächst mit jedem weiteren Tag. Denn es ist ein schönes und vielfältiges Feld, in dem man nie wirklich aus- sondern immer mehr dazu lernt.
Was hat Ihre Leidenschaft für den Wein geweckt?
Die Entdeckung einer Welt voller faszinierender Details und Nuancen.
Welche Bedeutung hatte Wein für Ihre Familie?
Anfangs hatte er keine Rolle. Dann wurde es zum Hobby, zur Leidenschaft und später fast zum Lebensstil – also zum Taktgeber unseres Lebens im Rhythmus der Natur.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus?
Den gibt es nicht wirklich – als Familienbetrieb besprechen und entscheiden wir alles gemeinsam.
Wenn Sie drei Weine aus Ihrem Portfolio auswählen müssten, die das Wesen von Tua Rita besonders gut einfangen – welche wären das und warum?
Giusto di Notri war unser erster Wein – er steht für unsere Geschichte und das Wesen der Familie. Redigaffi ist unser bekanntester und meistprämierter Wein. Rosso dei Notri ist unsere Visitenkarte für Neukunden und jüngere Genießer.
Jede Flasche Wein von Tua Rita ist dank der Kunstwerke von Raffaele De Rosa sofort erkennbar. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?
Die Zusammenarbeit besteht seit über 40 Jahren. Wir waren anfangs Kunden von Raffaele; als er 1989 erfuhr, dass wir Wein auf Flaschen ziehen wollten, malte er – ohne dass wir ihn darum baten – das heute auf unserem Etikett genutzte Bild. Als wir erstmals unseren Wein auf einer Messe präsentierten, riet uns ein bekannter italienischer Händler, das Etikett zu ändern, weil wir sonst nur wenige Flaschen verkaufen würden. Damals, vor 30 Jahren, waren Etiketten zurückhaltend und gar nicht bunt. Anscheinend lag er damit falsch.
Welche Vision haben Sie für die Zukunft von Tua Rita und der Region Suvereto?
Die Region Suvereto wird sich als zentrales Anbaugebiet durchsetzen – wegen ihrer Bodenvielfalt und ihrer Rebsorten. Da die DOC sehr jung ist, gibt es noch viel zum Entdecken und Ausprobieren. Die Bodenpreise sind noch nicht spekulativ, und Pflanzrechte bekommt man ohne große Bürokratie – das macht das Gebiet für internationale Investoren attraktiv. Für Tua Rita bleibt unser Ziel: höchste Qualität, Respekt vor dem Land und Tag für Tag einer der faszinierendsten Berufe der Welt.