Geschichte Tasca d’Almerita
Tasca d’Almerita zählt zu den ältesten familiengeführten Weingütern Italiens und geht auf das Jahr 1830 zurück, als die Brüder Lucio und Carmelo Mastrogiovanni Tasca das Gut Regaleali im Herzen Siziliens erwarben. Über acht Generationen hat die Familie das Land kontinuierlich weiterentwickelt, moderne Weinbau-Techniken eingeführt und Regaleali zu einem Referenzbetrieb für qualitätsorientierten sizilianischen Wein gemacht.
Tasca d’Almerita: Lage
Das historische Kernstück des Weinguts liegt mit der Tenuta Regaleali im ländlichen Zentrum Siziliens, in einer hügeligen Landschaft zwischen den Provinzen Palermo und Caltanissetta. Heute umfasst Tasca d’Almerita mehrere unterschiedliche Tenute in Sizilien, darunter Lagen am Ätna (Tenuta Tascante) sowie auf den Inseln wie Salina und Mozia, was eine große stilistische Vielfalt und ausgeprägte Terroir-Weine ermöglicht.
Produktion von Tasca d’Almerita
Die Familie bewirtschaftet mehrere hundert Hektar Weinberge und steht für eine Kombination aus traditionellem Handwerk und moderner, qualitätsorientierter Kellertechnik. Ein besonderer Fokus liegt auf nachhaltigem Weinbau: Tasca d’Almerita arbeitet nach strengen SOStain-Richtlinien, reduziert den Einsatz von Agrochemie, achtet auf Energieeffizienz und hält den Schwefelgehalt der Weine unter den gesetzlichen Bio-Grenzwerten.
Weingut Tasca d’Almerita
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Interview mit Alberto Tasca
Herr Tasca, die Geschichte Ihrer Familie als Weinbauern auf Sizilien reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Können Sie uns diese Geschichte kurz erzählen?
Unsere Geschichte beginnt 1830, als die Familie Tasca in Regaleali mit dem Anbau von Weinbergen begann. Seitdem wurde unsere Leidenschaft für das Land und den Wein von Generation zu Generation weitergegeben. Jede Generation brachte Innovationen ein, blieb dabei aber immer eng mit unserer geliebten Heimat Sizilien verbunden.
Wie kam es zur Ausweitung auf mehrere Weingüter in ganz Sizilien?
Seit 2001 haben wir unser Projekt auf weitere besonders geeignete Lagen ausgeweitet – entstanden sind fünf zusätzliche Güter: Tascante am Ätna, Sallier de La Tour in der DOC Monreale, Whitaker auf der Insel Mozia und Capofaro auf den Äolischen Inseln. Diese Entwicklung ermöglicht es uns, die Vielfalt der sizilianischen Terroirs auszudrücken, ohne unsere Philosophie der Qualität und Familienidentität zu verlieren.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in Ihrer Geschichte?
Nachhaltigkeit war dabei von Anfang an ein zentraler Wert: Jede Entscheidung im Weinberg und im Keller berücksichtigt das ökologische Gleichgewicht, die Biodiversität und die soziale Verantwortung. Unsere Geschichte zu bewahren bedeutet also, nicht nur unser Weinbauerbe wertzuschätzen, sondern auch eine nachhaltige Zukunft für Sizilien und kommende Generationen zu gestalten.
Regaleali gilt als das Herzstück Ihres Familienguts. Was macht diesen Ort für Sie persönlich so besonders?
Regaleali ist viel mehr als nur ein Weinberg – es ist unser Zuhause. Hier haben wir unsere Kinder großgezogen, hier begann ich schon als Junge meine Ausbildung, lernte das Land und die Reben verstehen.
Wie stark ist Regaleali mit Ihrer Familiengeschichte verbunden?
Wenn ich heute durch die Weinberge gehe, ist das wie eine Rückkehr zu meinen Wurzeln – eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Geschichte der Familie Tasca ist hier eng mit den Menschen verbunden, die seit Generationen auf unserem Gut arbeiten: Viele Enkel jener Arbeiter, die schon mit meinem Großvater zusammenarbeiteten, hegen und pflegen noch heute die Weinberge. Jeder Ort erzählt hier seine eigene Geschichte. Für mich verkörpert Regaleali die wahre Identität von Tasca d’Almerita – ein Ort, an dem Tradition, Erinnerung und Liebe zur Heimat miteinander verschmelzen.
Heute umfasst Tasca d’Almerita mehrere sehr unterschiedliche Güter – vom Landesinneren bis zu den Inseln. Wie gelingt es Ihnen, diese Vielfalt in eine zusammenhängende Tasca-Identität zu fassen, ohne die Individualität der Lagen zu verlieren?
Jedes Gut besitzt seine eigene Persönlichkeit – geprägt von Klima, Böden und Geschichte. Unsere Aufgabe besteht darin, diese Unterschiede herauszuarbeiten, aber zugleich eine gemeinsame Linie zu bewahren: Qualität, Respekt vor dem Land und Authentizität.
Was versteht man unter Ihrem Konzept der „Weingeografie“?
Was alle unsere Weingüter verbindet, ist das Konzept der „Weingeografie“: Jeder Weinberg spiegelt sein Terroir wider – Boden, Höhenlage, Ausrichtung und Klima bestimmen seinen Charakter. Diese Herangehensweise hilft uns, die Vielfalt Siziliens zu verstehen und in eine stimmige, erzählerische Gesamtheit zu verwandeln.
Ergänzt wird das durch unser konsequentes Nachhaltigkeitskonzept, sorgfältige Bewirtschaftung und unser Streben nach önologischer Exzellenz – so erzählt jeder Wein seine eigene Geschichte, bleibt dabei aber unverkennbar Teil unserer Familie.
Sizilien ist ein Mosaik aus Terroirs – vom Ätna über die Inseln bis zu den Hochlagen im Landesinneren. Welche dieser Herkunftsprofile erzählt Ihrer Meinung nach derzeit die spannendste Geschichte ?
Jedes Terroir besitzt seinen eigenen Zauber, doch der Ätna fasziniert mich besonders. Die Reben anseinen Hängen bringen mineralische, vibrierende und tiefgründige Weine hervor – sie erzählen eine eindrucksvolle Geschichte über die Kraft und Komplexität unserer Insel.
Und welche Rolle spielen die kleineren Inseln und das Landesinnere?
Auf den kleineren Inseln wie Salina dagegen spürt man den mediterranen, sonnenverwöhnten Charakter der Region. Auf Mozia wiederum wächst die Sorte Grillo in einem weltweit einzigartigen Ökosystem, geprägt von Meer und Salz. Auch die Weine der Hochlagen von Regaleali mit ihrer Frische und aromatischen Komplexität erzählen eine Geschichte von Mikroklima und Terroirprofil.
All diese Landschaften zusammen ergeben das faszinierende Gesamtbild Siziliens – jede Flasche erzählt eine eigene Facette derselben tiefen Verbundenheit mit unserer Insel.
Sie arbeiten sowohl mit autochthonen Rebsorten wie Nerello Mascalese, Nero d’Avola oder Grillo als auch mit internationalen. Wo liegt heute die Balance zwischen regionaler Identität und internationalem Stil?
Die heimischen Sorten bilden das Fundament unserer Identität – sie spiegeln das Wesen Siziliens wider. In den 1980er-Jahren war mein Vater, Graf Lucio, einer der ersten, der internationale Rebsorten einführte. Seine Experimente galten nicht der Mode, sondern der Erkenntnis, wie diese Sorten sich hier entfalten können.
Wie setzen Sie dieses Zusammenspiel heute um?
So konnte Sizilien weltweit zeigen, dass es internationale Reben aufnehmen kann, ohne seine eigene Identität zu verlieren. Heute leben wir diesen Ausgleich bewusst: Die autochthonen Sorten bewahren die Tradition und den Ursprung, während die internationalen unsere Erfahrungen erweitern – stets getragen von Respekt für das Land und die Werte unserer Familie.
Welche drei Weine würden Sie jemandem einschenken, der Tasca d’Almerita noch nicht kennt? Und welche Geschichte Siziliens würden diese Weine erzählen?
Ich würde mit dem Regaleali Bianco beginnen – er steht sinnbildlich für die Geschichte unserer Familie und die Kontinuität unserer Weintradition.
Dann Rosso del Conte, der seit über fünfzig Jahren die Entwicklung des sizilianischen Weinbaus erzählt – der erste Einzellagenwein Siziliens und Symbol unserer Forschungs- und Qualitätsphilosophie.
Und schließlich Contrada Pianodario von der Tenuta Tascante, ein Nerello Mascalese aus einem exklusiven Ätna-Cru, wo wir die einzigen Winzer sind.
Dieser Wein spiegelt die Seele des Ätna und unser Verständnis dieser großartigen Rebsorte wider. Zusammen erzählen diese drei Weine die ganze Geschichte Siziliens – von Tradition und Ursprüngen bis zu den modernen Ausdrucksformen unserer Terroirs.
Tasca d’Almerita gilt als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit auf Sizilien. Was hat Sie dazu bewogen, Nachhaltigkeit als Leitprinzip des gesamten Unternehmens zu verankern?
Nachhaltigkeit war für uns nie ein Trend, sondern Teil unserer DNA. Seit 1830 arbeiten wir mit Respekt für das Land – als Vermächtnis, das wir bewahren wollen. Diese Haltung hat sich im Laufe der Zeit zu einer strukturierten Methode entwickelt.
Wie setzen Sie Nachhaltigkeit heute konkret um?
Wir folgen dem SOStain Sicilia-Protokoll, dem ersten Nachhaltigkeitsstandard der Insel, und setzen auf integrierte Landwirtschaft, Schutz der Biodiversität und verantwortungsvollen Ressourceneinsatz. 2023 wurden wir als B Corp zertifiziert – ein aufwendiger Prozess, der unser Engagement messbar und überprüfbar macht.
Mit der SOStain Sicilia Foundation tragen wir dieses Modell weiter, um eine Weinwirtschaft zu fördern, die nicht nur schont, sondern regeneriert – Böden, Artenvielfalt und Gemeinschaften. Für uns bedeutet Nachhaltigkeit also auch Wiederherstellung und Weiterentwicklung – ein positives Erbe für Sizilien und die kommenden Generationen.
„Nachhaltigkeit“ ist heute ein oft gebrauchtes Schlagwort. Wie kann ein kritischer Konsument erkennen, dass bei Tasca d’Almerita echte Taten dahinterstehen?
Seit 14 Jahren veröffentlichen wir jährlich einen detaillierten Nachhaltigkeitsbericht, in dem alle Daten transparent und überprüfbar sind. Er zeigt, wie wir arbeiten – im Weinberg, im Keller, im Umgang mit Energie, Wasser, Biodiversität und sozialer Verantwortung. So kann jeder nachvollziehen, was wir tatsächlich tun, Fortschritte beobachten und unsere Ergebnisse prüfen. Nachhaltigkeit bedeutet bei uns Transparenz, Verlässlichkeit und Vertrauen.
Sizilien steht wie viele mediterrane Regionen vor Herausforderungen durch Hitze, Trockenheit und extreme Wetterlagen. Wie passen Sie Weinbau und Standorte an?
Wir denken langfristig. Nachhaltigkeit bedeutet für uns auch Klimaanpassung. Wir wählen Lagen mit günstigen Mikroklimata und deutlichen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht, damit die Trauben langsam und ausgewogen reifen.
Welche konkreten Maßnahmen setzen Sie im Weinberg um?
Wir setzen auf robuste, einheimische Sorten, die sich den Bedingungen anpassen können, und praktizieren eine kluge Bewirtschaftung: Wasserschutz, Förderung der Boden-fruchtbarkeit und Erhalt der Biodiversität. Alles – von der Pflanzdichte bis zur Laubarbeit – wird so geplant, dass die Trauben vor Hitzestress geschützt bleiben und ihre Balance behalten.
Das ist kein kurzfristiges Projekt, sondern Teil eines langfristigen Klimaplans, damit unsere Weine auch in Zukunft ihren Charakter bewahren und unsere Identität widerspiegeln.
Sizilien erlebt derzeit eine echte Wiederentdeckung in der internationalen Wahrnehmung. Wie hat sich das Bild des sizilianischen Weins Ihrer Erfahrung nach verändert?
Früher galt Sizilien oft als Region für kräftige Verschnittweine, wenig differenziert und alkoholreich. In Regaleali begannen wir früh, anders zu denken – dank der Höhenlage und der Temperaturunterschiede sahen wir das Potenzial, elegantere und ausgewogenere Weine zu erzeugen, mit Frische und Struktur.
Wie tragen Sie und andere Pioniere heute zu diesem Imagewandel bei?
Gemeinsam mit anderen Pionieren auf der Insel haben wir diese Idee systematisch umgesetzt – durch Forschung, präzise Weinbergsarbeit und Respekt vor der Natur. Heute wird Sizilien international als Qualitätsregion wahrgenommen, mit eleganten, terroirgeprägten Weinen von großer Ausdruckskraft. Unser Beitrag dazu war, zu zeigen, dass Sizilien Weine von Weltklasse hervorbringen kann, ohne seine Seele zu verlieren.
Mit welchen drei Worten würden Sie Ihre Weine beschreiben?
Eleganz – Langlebigkeit – Vertikalität.
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